TuS 97 Jöllenbeck 4 – TVC Enger 39:37 (22:15) Kreisliga A Bielefeld/Herford
10. November 2016
Mal wieder auswärts, mal wieder verloren, mal wieder fühlten wir uns wie ein fauler Postbote – wir hatten zu wenig abgeliefert.
Bereits beim Aufwärmen in der Jöllenbecker Halle strahlte die Sonne (die Hallenbeleuchtung) nur auf Seiten der Gastgeber. Ob es nun an den technischen Einstellungen der Jürmker lag oder an unserer mangelnden Bewegung, die den Bewegungsmelder nicht auslösten ist, wie ein billiger Schwangerschaftstest, zweifelhaft. Auf jeden Fall sollte dieses Omen sich bewahrheiten. Leider.
Wir traten an wie Truppen nach einer Schlacht, dezimiert. Learny, Magnus, Pörksen und der (frisch gebackene) Papa Thilo fehlten uns, sodass es bei uns im Rückraum war wie in einem zu vollen Bus, eng besetzt. So starteten wir viel zu zaghaft im Angriff, spielten den Ball lieber vor der Abwehr her als Druck auszuüben. Dadurch luden wir die stabile Abwehr des TuS zu schnellen und einfachen Toren ein. Diese nutzten unsere Einladung und fungierten in den ersten 6 Minuten wie ein Beamer, sie spielten uns an die Wand. In 6 Minuten 5 Gegentore und davon 4 per Gegenstoß. Hier wurde der Grundstein für eine Führung gelegt, die das ganze Spiel über anhalten sollte.
Dieser 5-Tore Vorsprung hielt sich eigentlich die gesamte erste Halbzeit über, obwohl sich unsere Abwehr zusehends wie Schnecken im Salz verhielt – sie löste sich auf. Zu keiner Zeit bekamen wir den starken Rückraum um Jahr und Zinn in den Griff, die eine Situation wie Kevin allein zu Haus vorfanden, denn sie konnten machen, was sie wollten. Beim 20:12 war zum ersten Mal eine Differenz von 8 Toren erreicht und die Köpfe bei uns auf dem Feld gingen immer weiter nach unten, bis wir schließlich in den Halbzeitstand von 22:15 gegen uns einwilligen mussten.
In der Halbzeitpause wurde Klartext gesprochen: So wollten wir uns hier nicht noch einmal präsentieren, denn sonst würden wir es wie die Titanic machen, untergehen. Also kamen wir mit neuem Elan aus der Kabine. Besonders der eingewechselte Niklas Ruff zeigte, dass er den Ball wie einen Teebeutel vor einer Tasse mit heißem Wasser behandeln kann und warf ihn rein. Auch Erik(a) und Vadda beschlossen nun, am Scheibenschießen der Rückraumspieler teilzunehmen. Beide bewiesen, dass sie ausgestattet waren, wie ein Lamy-Füller eines ordentlichen Grundschülers – mit vielen Patronen. So kämpften wir uns wieder ins Spiel.
Leider erging es unserem Deckungstier Renner ab der 45. Minute wie einem Betrüger beim Poker, er durfte nicht mehr mitmischen. Er erwischte einen Jöllenbecker laut den Schiedsrichtern „von hinten im Arm“ und laut dem Spielbericht der Jöllenbecker „in Zinnos Gesicht“.[1] Wie dem auch sei, Renner erhielt durch die guten Schiedsrichter eine blaue Karte, die ihm nun als Urlaubsschein 1-2 freie Wochenenden garantiert. Sein Kommentar: „Geil, dann kann ich ja für meine Klausurphase lernen“. So hat jeder was davon, denn auch der Jöllenbecker Spieler konnte weitermachen.
Dieser Schock warf uns jedoch nicht aus der Bahn und wir konnten weiter verkürzen. Sogar so weit, dass der Trainer der Gastgeber beim Stand von 32:29 meinte, es wäre wie der letzte Hosenknopf nach einem All you can eat Besuch beim Mongolen: „spannend“. Doch leider reichte unsere Kraft nicht und die Konzentration in der Abwehr ließ weiter nach, wodurch sich Jöllenbeck letztendlich von 35:32 auf 37:32 spielentscheidend absetzen konnte.
Nach dem Spiel waren die Gastgeber natürlich wie Schornsteinqualm – aus dem Häusschen und wir frustriert. Dennoch haben wir es endlich geschafft und in dieser Saison das erste Mal über 30 Tore geworfen und das will was heißen, wie ein Baby vor der Taufe. Doch sicherlich muss sich unsere Abwehrarbeit für das kommende Heimspiel gegen EGB 2 deutlich verbessern, denn wir wollen unsere makellose Heimbilanz weiter aufpolieren.
Letztlich also ein klassisches Auswärtsspiel der Saison 2016/2017.
Für Enger spielten im Feld: Utz Wellmann (1), Jan Osterwald (4), Rene Carl Moning (blau), Maximilian Brinkhoff (1), Nils Bockelmann (1), Finn Erik Sahrhage (11/3), Marc-Andre Moning, Alexander Engster (10), Marcel Ober-Grevenkämper (2), Jannik Nierste (3), Niklas Ruff (4)
Im Tor: Julius Specht, Tim Kiel
Auf der Trainerbank: Jannik Nierste und Stefan Dach.
In der nächsten Woche geht es endlich wieder zu Hause weiter. Wir spielen am Samstag zur gewohnten Zeit um 17:30 gegen die Tabellennachbarn von EGB 2. Wir hoffen natürlich auf einen Heimsieg, wissen aber auch, dass es den nicht umsonst gibt.
Statistisches für Statistikfans:
Das letzte Mal (in jüngerer Vergangenheit), dass der TVC auswärts ungefähr so viele Tore erzielte, war am 6.11.2011 (also vor fast auf den Tag genau 5 Jahre her). In dem Spiel gewannen wir 40:27 bei Altenhagen-Heepen 3.
Das letzte Mal (in jüngerer Vergangenheit), dass der TVC derart viele Gegentore bekam, war am 2.2.2013. Damals stand eine 31:36 Heimniederlage gegen die TG Schildesche zu Buche.
Falls an diesen Daten irgendetwas auszusetzen ist, möge man mich korrigieren.
[1] Quelle: http://www.tus97.de/index.php/maenner/4-maenner/2524-gespielt-wie-professoren-mit-vielen-abschluessen [letzter Zugriff 10.11.2016]





